Ich bin unkonventionell.

Ist doch okay oder?

Ohne festen Plan und ohne Verpflichtungen in den Tag hineinleben. Einen Nebenjob hier, einen Teilzeitjob da. Gerade so viel Geld um über die Runden zu kommen, doch für Urlaub auf den Malediven oder für regelmäßige schicke Essen beim Italiener reicht es nicht. Für viele Menschen ist das kaum vorstellbar. Für viele ist ihre Arbeit nichts weiter als ein fairer Deal. Sie geben ihre Zeit und bekommen dafür Geld um die Zeit die noch bleibt möglichst schön zu gestalten. Wenn das funktioniert, ist das okay. Nur wenn die Gesellschaft eines lernen muss, dann die Akzeptanz und Toleranz gegenüber jenen, die ihr Leben unkonventioneller leben möchten.

Jeder Jeck es anders

Akzeptanz und Toleranz – check. Jetzt muss man nur noch – um es möglichst formell und politisch korrekt auszudrücken, die Schnüss halten. Gegenüber jedem, gleich ob konventioneller Bankkaufmann oder kreativer Freigeist. Ratschläge und Belehrungen, die sich hauptsächlich letzterer mit Sicherheit schon damals von Mama und Papa zu Genüge hat anhören müssen, sind mehr als unerwünscht. Zweifel aufgrund eigener Erfahrungen gilt es zu unterdrücken, denn Jeder Jeck es anders und ein allgemein gültiges „Richtig“ oder „Falsch“ gibt es in Bezug auf das glücklich sein nicht. So sollten sich auch „die Anderen“ Sätze wie „Lebe doch mal dein Leben“ oder „Sei doch mal verrückt“ sparen. So lange das Gegenüber glücklich ist, bringt ein „Dafür wünsche ich dir viel Erfolg“ trotz eventueller persönlicher Ängste sicher nicht um. Im Gegenteil.

Das Leben ist kein Ponyhof

Ist es nicht. Zumindest nicht bei den meisten Menschen. Die meisten wollen ja gar keinen. Ein Sprichwort, dass selbstverständlich nicht wörtlich genommen, sondern aussagend dafür sein soll, dass das Leben nicht leicht ist. Vielleicht soll es auch sagen, dass das Leben nicht nur aus Spaß besteht. Das ist für diejenigen der Fall, für die das okay ist. Sonst kann das Leben alles sein. Eine Großbaustelle, ein Kindergarten mit Riesenrutsche, ein Tonstudio oder eben ein Ponyhof. Es gibt nichts zu verlieren, niemand muss sich mit dem was schon da ist, zufriedengeben.

Die Macht des Idealismus

Trotz unbändiger Energie und Ziele ist und bleibt es manchmal schwer, Dinge zu wagen oder nach dem  Prinzip „Et kütt wie et kütt un et hätt noch immer jot jejange“ zu leben. Wer es schafft, sich von Angst und den Stimmen der Menge zu befreien, ist sprichwörtlich neu geboren und kann von dort an selbst entscheiden. Denn die Realität ist nicht schon da, niemand ist ihr ausgeliefert. Mit eigenen idealistischen Gedanken ist jeder in der Lage seine individuelle Realität selbst zu gestalten. Es gibt einen Rahmen, der ein Prinzip vorschlägt und an das sich gehalten werden kann. Oder das System wird zu einer Spielwiese und die Bausteine werden immer so verschoben, wie es sich gut anfühlt. Vom ersten Schritt der Wahrnehmung dieser Freiheit, über die ausgefeilten Visionen im Kopf, entscheidet jeder über seine Realität. Und sie trifft ein. Es gibt so viele Realitäten wie Menschen auf der Welt, da ist nicht diese eine „Wahrheit“. Die Realitäten sind geprägt durch Erfahrungen und Worte, letztendlich entscheidet dennoch jeder selbst, was langanhaltenden Einfluss auf das eigene Leben hat.

Bilder: pixabay