Glückspilz oder Pechvogel?

Hochsensibilität – klingt erst einmal komisch und irgendwie kompliziert, nach nerviger Überempfindlich- oder Reizbarkeit. Dabei ist Hochsensibilität oder auch Hochsensitivität eine sehr komplexe Eigenschaft, die sowohl Sonnen- als auch Schattenseiten trägt.

Was ist Hochsensibilität?

In der Wissenschaft wird der Begriff Hochsensibilität als Phänomen bezeichnet, bei dem Menschen überdurchschnittlich auf Reize, Stimmungen und allgemeine äußere Einflüsse reagieren. Soviel so gut. Aber was bedeutet das jetzt genau? Hochsensitivität ist keine Krankheit, oft wird der Begriff jedoch negativ assoziiert oder belächelt. Ebenso ist es keine Angewohnheit die man sich aus- oder einreden kann und darf dementsprechend nicht mit starker Reizbarkeit, Aggression oder Aufmerksamkeitsdefiziten verwechselt werden. Hochsensible Menschen haben vor allem in neuen Situationen oft das Bedürfnis alleine zu sein um die aufkeimende Reizüberflutung verarbeiten und werten zu können.

Warum bin ich hochsensibel?

Die Menschheit strebt nach Wissen, für „Normaldenker“ unerklärliche Phänomene und Theorien wurden erforscht und aufgestellt – zur Hochsensibilität gibt es jedoch bis heute keine anerkannte Theorie, die deren Ursachen beschreibt. Hirnforscher glauben, dass diese besondere Art der Wahrnehmung entweder vererbt oder durch die entsprechende Entwicklung in der Kindheit entschieden wird. Wie diese „entsprechende Entwicklung“ jedoch aussehen muss, um Hochsensitivität auszulösen, ist nicht klar.

Stimmungskanone 1.0

Die Eigenschaft Hochsensibilität kann sich im Alltag auf unterschiedlichste Weisen bemerkbar machen. Die Psychologin Elaine Aron hat typische hochsensible Eigenschaften erstmals systematisch aufgeführt: Jeder Sinneseindruck, egal ob hören, riechen, sehen, schmecken oder fühlen kann intensiver und genauer wahrgenommen werden. Als stärkste und häufigste Besonderheit wird die *„höhere Intensität des Empfindens von Stimmungen der Mitmenschen“ bezeichnet. Negative Stimmungen in Räumen, ausgelöst durch Licht, Einrichtung, Geruch oder anderen anwesenden Personen werden also überdurchschnittlich deutlich aufgenommen und verarbeitet. Somit fällt es hochsensiblen Menschen oft schwer, alle Gefühle die durch oben genannte Reize ausgelöst werden zu verarbeiten und sich auf das Wesentliche, zum Beispiel die geforderte Leistung zu konzentrieren.

Merke nur ich das?

Auf die Frage: „Merken die das denn nicht?“, die einem als hochsensibler Mensch fast rhetorisch vorkommt, gibt es in der Realität eine klare Antwort: Nein. Sie merken es nicht. Denn circa 80 Prozent aller Menschen sind wenig bis gar nicht hochsensibel und dementsprechend weniger anfällig Stimmungen anderer auf- und anzunehmen beziehungsweise bei negativen Auswirkungen dagegen ankämpfen zu müssen. Hochsensible Charaktere haben oft das Gefühl, auch sich selbst intensiver wahrzunehmen und das Bedürfnis eigene Verhaltensweisen zu analysieren. Ein positiver Aspekt ist hierbei das schnelle Erkennen von nahenden Konflikten und die Tatsache, dass sich hochsensible Menschen besser kennen und dementsprechend agieren können. Außerdem sprechen Forscher von der Neigung zu „lateralem Denken“, das oft zur gezielten Problemlösung und kreativer Ideenfindung beiträgt.

Was denke ich zuerst?

Die Hochsensiblen unter uns sind also Glückspilze und Pechvögel zugleich – uns fällt es schwerer tausende wahrgenommene Reize zu ordnen, was die Aufgabe im Moment unnötig anspruchsvoll macht. Oft wissen wir gar nicht, was wir zuerst denken und wie wir all diese Gedanken ordnen sollen. Gleichzeitig nehmen wir Positives deutlicher wahr, das Singen der Vögel, das Strahlen der Sonne oder der Geruch einer Person. Das wiederum fördert die Kreativität, da wir in der Lage sind vielschichtig zu denken und zu formulieren. Wir neigen dazu, „die kleinen Dinge“ zu sehen.

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Quellen: *wikipedia.org/wiki/Hochsensibilität/Allgemeine Merkmale

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