„Schatz, ich glaube du rostest.“

„Lass uns ein gemeinsames Schloss an die höchste Brücke unserer Stadt hängen und wir werden für immer zusammenbleiben“. Überall auf der Welt, natürlich auch in unserem Köln, hört man Sätze wie diese und während die einen in rosa Wölkchen schwelgen, verdrehen die Normalsterblichen Realisten unter uns gekonnt die Augen. Zu recht. Denn warum zum Teufel sollte ein kleines Metallding, das binnen zwanzig Sekunden rostet an einem großen Metallding befestigt zu ewiger Liebe führen? Selbst wenn die Liebe etwas länger unversehrt bleibt als das beschriftete Schloss, wir alle wissen, langsam aber sicher verfärbt sich auch das Beste Material.

Es läuft ganz gut

Fiktive Geschichte

Wir kennen uns jetzt zwei Wochen. Ich habe ihn in einer Bar in der Südstadt kennengelernt, wir verstehen uns ganz gut. Genau. Wir verstehen uns ganz gut. Leider habe ich unfähige Henne den Absprung verpasst und schlendere jetzt mit einem ganz netten Typen über die Hohenzollernbrücke und frage mich, wie ich möglichst schonend aber trotzdem direkt sagen kann, dass ich nicht noch jemanden brauche mit dem ich mich ganz gut verstehe. Ich brauche jemandem mit dem mehr geht, als … ach ihr wisst was ich meine. Während ich also versuche möglichst unauffällig ein Ende des Gesprächs herbeizuführen um anschließend gekonnt einen Termin vorzutäuschen – so viel zu direkt und schonend, nimmt er plötzlich meine Hand.