Mer stonn zo dir! Oder etwa nicht?

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Am Donnerstag trat der 1. FC Köln das zweite Auswärtsspiel der UEFA Europa League an. Endstand 0:1. Der Kölner Stadtanzeiger spricht vom „FC Alptraum“, die Bild von „der dritten Euro Klatsche“ und Dominik Maroh bezeichnet das Spiel als „traurig und fast schon tragisch“. Selbst die Fans „haben genug“, zumindest berichtet das der Kölner Express. Doch steht es wirklich so schlecht um unseren FC? Und wenn ja, ist es nicht genau jetzt die Aufgabe von uns Fans unseren rot/weißen Balljunkies den Rücken zu stärken?

Dramatisierte Meinungsmache oder schlicht bittere Fakten?

Die Medien sind sich einig. Köln steht ziemlich schlecht da, zumindest im Fußball. Ob das Wort „Abstieg“ tatsächlich schon in den Mund genommen werden muss, liegt neben klar dargelegten Fakten offensichtlich auch an den Charakteren, die das Wort formen. Dass eine Niederlage des eigens geliebten und gelobten Vereins weder schön anzusehen noch leicht zu ertragen ist, bleibt unumstritten. Jedoch spielt die Einstellung als treuer Fan eine ebenso wichtige Rolle. Liebe ich meinen Verein, weil er gut spielt und oft gewinnt oder liebe ich meinen Verein damit er gut spielt und oft gewinnt? FC Cheftrainer Peter Stöger spricht von einem „schwer zu bewertenden Spiel“, trotzdem hätten die Jungs „alles versucht“. Dominic Maroh gibt sich weitaus enttäuschter. „Es ist traurig und fast schon tragisch.“ Die Spielfreude habe gefehlt, das müsse jetzt hart erarbeitet werden. Außerdem sei reden und natürlich „trainieren, trainieren, trainieren“ das Wichtigste.

„Rut un wiess“ – In guten wie in schlechten Zeiten

Also damit ist die Aufgabe doch klar. Rumjammern bringt genau so wenig wie Fußballspielen ohne Ball, Kampfgeist ist gefragt. Durch Überschriften die Wörter wie „Alptraum“, „tragisch“ oder „Niederlage“ beinhalten, assoziiert jeder Leser allgemeine Negativität in Bezug auf den 1.FC Köln. Hier ist nun wichtig zu entscheiden, wo tatsachenorientierte Berichterstattung aufhört und Dramatisierung anfängt. Selbstverständlich machen Kölner Stadt Anzeiger, Express und Co. auch nur ihren Job, trotzdem ist an diesem Punkt eine Gegendarstellung gefragt. Selbst wenn der 1. FC Köln in die Katakomben der Fußballhistorie absteigt und man unser „Mer stonn zo dir!“ nur noch leise vom Stein gedämpft hört – man hört es! Und das ist doch das Wichtigste.

Quellen: http://www.ksta.de/sport/1-fc-koeln/pressestimmen-zur-fc-krise–koelns-alptraum-geht-weiter–28624654
https://fc.de/fc-info/news/detailseite/details/traurig-und-tragisch/

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